Kolumbien – Der Frieden birgt neue Herausforderungen

Der Frieden birgt neue Herausforderungen

Seit Monaten läuft die Friedensdebatte der kolumbianischen Regierung mit linken Terrorgruppen nun bereits. Drei Punkte von fünf konnten nun vereinbart werden mit der FARC und die ersten Medien jubeln, ein Meilensteinchen Richtung Frieden sei für Kolumbiens Zukunft gelegt worden. Wird jetzt alles gut?

„Nein”, meint ein Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bogotá. Erste Einschätzungen zügeln die Friede-Freude-Kuchenstimmung. Was passiert etwa mit den Terroristen, solche die ihr ganzes Leben im Dschungel verbracht haben, die weder lesen noch schreiben können, aber mit Maschinengewehren umzugehen wissen, mit Entführten, Gefolterten und Drogenschmuggel, nachdem sie „arbeitslos” werden?

Der Forbes-Artikel (Link) widmet sich diesen Fragen.

Kolumbiens Problem ist nicht die FARC. Kolumbiens Problem ist Kolumbien.

Das habe ich in den letzten Wochen, Monaten gelernt. Dieses Land ist von unglaublicher politischer, sozialer und historischer Komplexität durchzogen. Hinter jeder Lösung tun sich neue Probleme auf. Löst man die FARC etwa auf, so bilden sich neue Probleme. Rehabilitationsprogramme und Bekämpfungen von kriminellen Gruppen müssen anstehen. Deren Umsetzung jedoch stößt auf erneute Probleme. Zu dezentral, zu groß, von zu schlechter Infrastruktur ist das Land (sowohl Verkehrs- und Zugangswege als auch die politische). Hinzu kommen korrupte Lokalpolitiker, feudalherrschaftliche Strukturen in einigen Gebieten und der Koka-Anbau, der für Bauern in manch entlegenen Gebieten die einzige Lebensgrundlage ist. Das alles ist so verwoben, so verknotet in über viele Jahrzehnte entwickelten Strukturen, dass jedes Lösen nur dazu führt, dass sich die Knoten an anderer Stelle neu verschmelzen, neue Synopsen bilden; sie finden ihren Weg zurück zusammen. Diese neuen Synopsen müssen nicht unbedingt gleich oder besser sein als die alten, sie bergen neue Herausforderungen. Auch der Frieden birgt solche.

Gibt es Hoffnung?

„Der Frieden mit der FARC ist als Chance zu verstehen”, meint der Adenauer-Stiftungsmitarbeiter. „Es kann ein Anfang sein, das Land Stück für Stück zu wandeln. Dafür braucht es allerdings einen langen Atem und klare Strukturen. Vor Kolumbien liegen noch einmal gut zwanzig Jahre harte Arbeit, damit dieser Friedensprozess Früchte trägt – nachhaltig.”

Kolumbien – Der Frieden birgt neue Herausforderungen

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