Best Practice: Content Marketing im Tourismus

Gelungenes Content Marketing oder ‘Content is King’

Selbst ist das Unternehmen. Lassen sich Presse- und Bloggermeinungen nur schwer kontrollieren, so bietet Corporate Content die Möglichkeit, selbst ausgewählte Inhalte zu produzieren.

Dabei gehen Gastronomie und Hotellerie sehr kreativ vor. Hier zwei Best Practice Beispiele

1. Holiday Inn – “On the Journey to Extraordinary”

Nach dem Motto “jeder trägt ein Buch in sich” lässt die internationale Hotelkette Holiday Inn ihre Gäste zu Wort kommen. Zusammen mit seinem Partner, dem Blogservice Tumblr, stellt Holiday Inn die Geschichten seiner Gäste, jener ,,Menschen, die zu Millionen jährlich durch die Hotellobby eines Holiday Inns kommen”, in seinem Tumblr Blog vor.

Damit macht Holiday Inn seine Content Sache richtig gut:

1) Es lässt Dritte zu Wort kommen anstatt sich mit eigener ,,Marktschreierei” zu Wort zu melden. Die Erzähler, ehemalige oder aktuelle Gäste, fungieren als Holiday Inn Botschafter – jedoch unaufdringlich. Weil…

2) es sich persönlichen Geschichten seiner Gäste annimmt. Diese Art des Storytelling erzeugt Emotionen. Studien haben ergeben, dass Emotionen Kunden binden. Ehemalige bzw. aktuelle Gäste fühlen sich unlängst ins Rampenlicht gerückt indem sie ihre ‘extraordinary stories’ (außergewöhnlichen Geschichten) erzählen. Künftige Gäste können sich persönlich auf diese Geschichten, die Erzähler bzw. ,,Botschafter” und schließlich auf die Marke beziehen.

3) Blogs sind interaktiver Natur. Sie bieten die Funktionen des Teilens, Kommentierens und Folgens. Letzteres bindet Leser, potentielle Kunden. Holiday Inn kann zudem auf Kommentare reagieren und Meinungen einsehen – wichtige Feedback- und Dialoginstrumente sowie gute Rückschlüsse auf die Zielgruppe (für noch optimalere Inhalte und Produktangebote).

4) Es geht nicht um Holiday Inn Produkte, etwa Hotelräume oder Konferenzräume, sondern allein um die Geschichten der Gäste, um Unterhaltung.  So ,,unschuldig” folgen und besuchen den Blog alle, die sich von diesen persönlichen Geschichten unterhalten fühlen. Leser dürften sich weder von Werbung noch noch Slogans oder Buchungsaufforderungen bedrängt fühlen. (Wer will schon Werbekataloge abonnieren?!)

Buschmann PR Tourismus Content Marketing
Screenshot des Holiday Inn Tumblr Blogs “Journey to the Extraordinary”



2. Four Seasons – Magazine  

Die Hotelkette Four Seasons (das Vierjahreszeiten) betreibt Corporate Publishing mit eigenem Online-Magazin. Auf den ersten Blick ist nicht viel anders als bei einem unabhängigen Magazin. Es gibt Rubriken und spannende Themen.

Ein Link ‘Find a Hotel’ sowie Titel und Logo machen jedoch deutlich, auf wessen Magazin-Seite man liest. Aufdringlich? Fehlanzeige! Online-Zeitungen halten es schließlich ganz ähnlich und schalten inzwischen viel Werbung, nicht selten blinkende. Das eigens geführte Magazin erlaubt, Werbung zumindest dezenter und thematisch passender in das Design einfließen zu lassen. Leser empfinden sie somit als weniger störend.

Journalisten, bekannte Reise-Autoren und Fotografen steuern Inhalte zum Magazin bei. Es ist also durchaus ein journalistisches Meisterwerk. Four Seasons tut gut daran, Profis ans Werk zu lassen, nämlich Content und Kommunikationsprofis ebenso wie renommierte Journalisten und Fotografen. Zwei Millionen Seitenaufrufe wöchentlich (!) verbucht das Four Seasons!

Four Seasons veröffentlicht übrigens rund 3500 Content-Stücke pro Woche auf fast 420 verschiedenen Kanälen, um Kunden zu binden oder Neukunden zu gewinnen! Darunter Twitter (jedes Hotel in den mehr als 200 Ländern hat seinen eigenen Account) und Facebook sowie eben das erfolgreiche Four Seasons Magazin, welches auch mobil per Flipboard-App zugänglich ist und als Hochglanzmagazin gedruckt für den Coffee Table erhältlich ist.

Buschmann PR Touristik PR content Marketing
Das Four Seasons Magazine – auch als gedruckte Coffee Table Version erhältlich

 

Content Marketing beschränkt sich nicht nur auf Text, sondern setzt der Fantasie keine Grenzen – heutzutage fast nicht einmal mehr technische.

Gut 90% aller Firmen im DACH Raum nutzen Content Marketing bereits aktiv. Kleines mittelständisches Unternehmen? Lassen Sie sich vom Marketing der großen Hotelketten nicht einschüchtern! Content Marketing ist günstiger als herkömmliches Marketing mit größerem Return on Investment (ROI) und bietet auch kleinen Touristikunternehmen die Möglichkeit, sich neben den “Großen” zu profilieren. Mit einem einfachen Fachblog schon können Sie sich als Experte hervortun.

Denken Sie besonders innovativ – (fast) nichts ist unmöglich. Ihre Leser werden Sie für Witz, Geist und Kreativität belohnen!

  • Vimeo/Youtube Videos und Flickr/Instagram Slideshows vermitteln Emotionen in Bildern und erzählen Geschichten
  • Events werden virtuell per #Hashtag begleitet und sorgen so für einen ‘social Buzz’- wie wäre es beispielsweise mit einem virtuellen Kochduell? Einer Weinverkostung oder einem Picknick im Grünen?
  • Neues Gericht auf der Menükarte? Geben Sie ihrem Gericht einen eigenen Twitter oder Instagram-Account!
  • Ein Comic kann informieren und komplexe Sachverhalte erklären (Erwecke das innere Kind!)
  • Ihre Zielgruppe sind weibliche Babyboomer? Laden Sie zum gemeinsamen Pinnen auf Pinterest ein und binden Sie in eine kreative Kampagne ein, etwa einen Foto-, Koch-, DIY- oder Bastelwettbewerb!
  • Erzählen Sie eine Fotostory, indem Sie Essen und Küchengeräte anrichten…
  • Lassen Sie den Nachtportier zu Wort kommen – über Geister und große Diven.
  • Interviews, Erfahrungsberichte, unterhaltsame Kolumnen und Rezepte machen sich gut und gerne in Magazinen – egal ob print oder online.

Haben Sie weitere Ideen? Haben Sie jüngst selbst etwas besonders einfallsreiches gemacht? Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel sondern teilen Sie Ihren Link in den Kommentaren!

Mein Senf zum Schluss:

Wie glaubwürdig ist Corporate Publishing?

Grundsätzlich bin ich der Meinung, das Corporate Content stellenweise ehrlicher ist als herkömmlicher Journalismus, der sich mitunter Interessengruppen (Politikern, Parteien, Privatfirmen) beugt, weil er durch sie finanziert wird. Corporate Inhalte hingegen verbergen nicht, für wen sie sprechen und geben die Meinung eines Unternehmens wieder – völlig legitim in der Vermarktung der eigenen Produkte. Und dank viel Kreativität heute oft auch unterhaltsam.

Aber: Leser müssen sich bewusst sein, von wem sie da lesen. Corporate Content darf kein Versteck-Spiel sein.

Was meinen Sie? Ich freue mich über rege Diskussion und Feedback!

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Teilen Sie ihn Ihrem Netzwerk mit, damit noch mehr mitdiskutieren können und wir von neuen Perspektiven lernen!

Herzlichst

Julia Buschmann

Psst… frisch geschrieben! Mein neues E-Book ‘Effektives Content Marketing im Tourismus – der 6-Schritte-Strategieguide’ können Sie hier kostenlos anfordern.

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