Kolumbien: 5 Fakten über das neue Traumziel

Kolumbien hat sich in den letzten Jahren rasant gewandelt. Zunehmend sicherer und fortschrittlicher bewahrt der Andenstaat trotz allem seinen Kolonialcharme. Nicht zuletzt dank seines alten Images, das ihm noch immer wie ein Schatten anhaftet, ist das Land vom Massentourismus bisher verschont geblieben.

Das einzige Risiko ist bleiben zu wollen.

So der offizielle Slogan des Fremdenverkehrsbüros, ein gelungenes Wortspiel für das einst von Pauschaltouristen strikt gemiedene Land. Doch so allmählich kommen sie: Die Touristen, die Öko-Lodges, die Boutique-Hotels und die Tourenanbieter. Das Forbes Magazin wählte Kolumbien gerade erst unter die Top-Ziele 2015.  Ein Grund näher hinzuschauen und 5 Fakten aufzudecken, die Sie vielleicht nicht wussten.

1. Land der Superlativen

Touristik PR Buschmann PR
Canyón de Chicamocha, Santander

Die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas beherbergt den zweitgrößten Canyon der Welt, gleich drei Hochgebirgsketten, zwei Küstenstreifen und erstreckt sich über rund 1,14 Millionen Quadratkilometer – von der Karibikküste im Norden zur Atlantikküste im Westen zum Amazonas im Süden über das Hochgebirge im Zentrum zu den weiten Prärien im Osten.

2. Magischer Realismus

So verkorkst seine Situation mitunter auch sein mag, so magisch ist es auch, wie Nationalheld und Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Márquez treffend schrieb: ,,Kolumbien ist magischer Realismus”. Man kann hier unter anderem…

  • Wale beobachten
  • die Weltbesten Arabica-Bohnen wachsen sehen
  • zu versunkenen Städten in den Dschungel wandern (Ciudad Perdida)
  • durch koloniale UNESCO Weltkulturerbe schlendern (Cartagena de Indias, Villa de Leyva)
  • mit buntbemalten alten Schulbussen an der Karibikküste entlang tingeln und sich dabei zu lautstarken Vallenato-Rythmen bewegen
  • rosa Delfine springen sehen
  • in drei Stunden vom kargen Hochland in tropische Dschungel vordringen
  • mit Lasso schwingenden Cowboys, den Llaneros, durch die Prärien galoppieren
  • in türkisfarbenen Bergseen schwimmen und sich an ihren schneeweißen Stränden sonnen
  • auf den Spuren tausender Jahre alter Hochkulturen, der Muisca, wandeln

3. Reisetrends und Kosten

Touristik PR Buschmann PR
Boutique-Hotel, Iza, Boyacá

Wer in Kolumbien gehobenen Luxus genießen will, kann das mit einem nur gering tieferen Griff in die Reisekasse. Mit dem wachsenden Tourismus nimmt auch die Zahl der Boutique-Hotels zu, nicht selten im Kolonialstil. Wie der Name verrät, bieten sie einen Hauch Luxus und Einzigartigkeit. Boutiquehotels gibt es – je nach Lage – ab 50 Euro die Nacht pro Paar. Zum Vergleich: Hostelbetten starten bei 10 Euro pro Person.

Individual-Touranbieter locken mit maßgeschneiderten Abenteuerprodukten. Ökotourismus ist das ‘Buzz Word’ der Stunde. Vor allem Kaffee-Fincas in Kolumbiens Kaffeeregion erfreuen sich wachsender Beliebtheit, bieten Reittouren, Rundgänge und Geschmacksproben an.

Kolumbien ist nicht überteuert, es ist jedoch auch nicht mit den Billigzielen Asiens oder auch mit Ecuador zu vergleichen. Gehobene Restaurants bieten vorzügliche einheimische Küche zu europäischen Preisen an. Wer es authentischer mag, der isst da, wo die Einheimischen einkehren, Arbeiter und Anwälte gleichermaßen: Nämlich in den landestypischen Restaurants und Garküchen, die zur Mittagszeit gehaltvolle Gerichte ab 5 Euro, stets begleitet von Avocados, Salaten und Suppen, auftischen.

4. Kulinarik

Touristik PR Buschmann PR
Forelle mit Käse und Champignons überbacken, Avocado mit Tomate, Reis, Pomme Frites und Kochbanane

Bleiben wir beim Essen. Kolumbien ist ein Schlaraffenland und man hört von Touristen, die nie wieder fort wollten. Faustdicke Avocados, frische Früchte das ganze Jahr über, demnach unzählige Sorten Fruchtsäfte, deftige Küche im Hochland, tropische Küche und Fisch an den Küsten und Käse, Chorizo, Maniokwurzeln und in Kochbananenblättern gekochter Maisbrei sorgen für ordentlich Exotik und dennoch genug europäische Vertrautheit auf dem Teller.

Zum Essen lässt sich nie genug sagen. Es ist Religion in Kolumbien. Hier ein ausführlicher Kulinarik-Artikel “Gaumenreise durch einen Tag”.

5. 5 Top-Reiseziele im Land

Touristik PR Buschmann PR
Monserate, Bogotá

1. Bogotá: Hier landen die meisten Besucher zuerst. Die kosmopolitische Hauptstadt wartet mit Kunst, Kolonialarchitektur und einem grandiosen Ausblick vom “Hausberg” Monserate auf.

2. Das Kaffee-Dreieck: Kaffee-Fincas und Ökotourismus ziehen Besucher an, der Geruch von frisch geröstetem Kaffee natürlich ebenso. Die Weltbesten Arabica-Bohnen wachsen hier ebenso wie der Nationalbaum, die höchste Palmenart der Welt.

3. Karibikküste: Cartagena ist UNESCO Weltkulturerbe und lockt Besucherströme und Kreuzfahrtschiffe mit seiner bunten Altstadt, einem gut gepflegten Kolonialtraum a la Havanna. Der Tayrona Nationalpark bei Santa Marta hat genau die karibischen Traumstrände, die man sich vorstellt. Dazu eine artenreiche Fauna, die im Dschungel des Parks beobachtet werden kann.

Kolumbien Touristik PR
Cartagena de Indias, Kolumbien

4. Villa de Leyva: Etwa vier Fahrtstunden nördlich von Bogotá befindet sich Villa de Leyva, der weißgetünchte Kolonialtraum eines jeden Hollywood-Regisseurs. Mexikanische Seifenopern und sogar Zorro wurden in den Kopfsteingepflasterten Straßen gedreht.

5. Santander: Das “Abenteuerland Kolumbiens” beheimatet den zweitgrößten Canyon der Welt, durch den man zum Beispiel paragliden, raften und zipgliden kann. Der traumhafte Ort Barichara ist eine Kolonialstadt wie aus dem Bilderbuch und von weiter Natur umgeben.

Touristik PR Buschmann PR
Barichara, Santander

Weitere beliebte Reiseziele:

  • Antioquia mit seiner modernen Hauptstadt Medellín (Gewinner des Innovationspreises 2013)
  • Der Amazonas mit seinen dichten Dschungeln, Deltas und artenreichen Vielfalt
  • Die Provinzen Meta und Casanare umfassen Kolumbiens Prärien und Cowboyregionen mit ihren großen Haziendas und weiten Feucht-Savannen

Kolumbien ist stark im Kommen. Seit fast einem Jahr lebe ich hier, bin mehrmals quer durch das Land gereist und kann Skeptiker mit gutem Gewissen beruhigen. Zuvor war ich schon einmal hier. Das Fernbleiben von gerade einmal einem guten Jahr hat mir gezeigt, wie rasant sich Kolumbien wandelt. Innerhalb nur eines Jahres ist das touristische Angebot erheblich gewachsen. Der Markt ist jedoch noch keineswegs übersättigt – nicht einmal annähernd.

Gemeinsam mit meinem Mann führe ich seit diesem Jahr ein Touristikunternehmen, das Abenteuertouren in der kolumbianischen Llano Region in Casanare anbietet. Cowboy für einen Tag (oder eine Woche), Radwanderungen entlang wilder Flüsse und durch tropische Wälder und Wanderungen in die Ausläufer der Anden mit Blick zurück über die endlosen Prärien in einer touristisch noch unerschlossenen Gegend sind uns eine spannende Herausforderung, in die wir die lokale Bevölkerung so gut es geht einbinden.

Mit dem nationalen Tourismus habe ich hier deshalb regelmäßig zu tun. Das Netzwerk ist ein vergleichsweise kleines. Gästehaus drüben in der Provinz Boyacá, Ökohostel im Tayrona Nationalpark oder Radtourenanbieter in Bogotá? Man kennt sich – und das trotz der vielen Kilometer und Bergwipfel, die durch das Land verlaufen.

Waren Sie bereits in Kolumbien unterwegs? In Südamerika? Erzählen Sie von Ihren Reisen und Projekten in den Kommentaren!

Herzlichst

Julia Buschmann

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s